Was passiert eigentlich mit unseren Altkleidern? Besuch bei der Firma Wittmann in Geisenhausen

Am Samstag, 28. Februar, machte sich eine Gruppe von 17 Helfer*innen der Kolping-Altmaterialsammlung auf den Weg nach Geisenhausen: In Fahrgemeinschaften ging es von Isen zur Firma Wittmann, die seit vielen Jahren Partner der Kolpingsfamilie Isen bei der Verwertung von Altkleidern und Altpapier ist.

Herzlich willkommen geheißen wurden wir vom Senior-Chef Andreas Wittmann sowie von Anna Lents und Betriebsleiter Günter Maier. Zum Einstieg boten uns drei kurze Filme einen umfassenden Überblick über das Unternehmen sowie über die Verwertungswege von Altkleidern und Altpapier. Bei Kaffee und Kuchen gab es anschließend Zeit zum Austausch: Anekdoten aus 55 Jahren Altkleidersammlung wurden zum Besten gegeben, und Herr Wittmann berichtete von so manchem kuriosen Fund, der im Laufe der Zeit in den Sammlungen aufgetaucht ist.

Danach führten uns Herr Wittmann und Herr Maier über das Betriebsgelände. Wir sahen, wo die gesammelten Altkleider angeliefert und umgeladen werden, und erfuhren, wie ihr weiterer Weg aussieht: Die Kleidung gelangt in Sortierzentren nach Italien oder Polen, wo jedes einzelne Stück geprüft wird. Noch tragbare Kleidungsstücke finden ihren Weg in Secondhandläden – laut Wittmann ist das sogar mehr als die Hälfte der gesammelten Altkleider. Was nicht mehr getragen werden kann, wird dennoch weiterverwertet: etwa zu Putzlappen verarbeitet oder als Dämm- und Isolierstoff in der Autoindustrie eingesetzt. Ein kleiner Teil wird zudem in Katastrophenlagern für den Ernstfall bereitgehalten. Auch Federbetten werden vollständig aufbereitet: Gute Federn werden erneut in Kissen oder Bettdecken eingesetzt, während weniger hochwertige Federn beispielsweise als Füllung für Daunen-Steppjacken Verwendung finden.

Besonders interessant war für uns die Information, dass die Qualität der Kleidung aus den Straßensammlungen deutlich höher ist als bei dem, was über Altkleidercontainer gesammelt wird. In den Containern landen neben brauchbarem Material leider auch viele unbrauchbare Dinge: Kleidung wird oft nass, ohne Tüte oder stark verschmutzt eingeworfen, wodurch sie schimmlig wird und entsorgt werden muss. Hinzu kommt, dass viele Menschen die Container schlicht als Mülleimer missbrauchen und Dinge hineinwerfen, die mit Kleidung gar nichts zu tun haben. Die persönlichen Kontakte bei der Straßensammlung von Haus zu Haus und die kurzen Lagerzeiten machen also einen echten Unterschied – für die Qualität des gesammelten Materials und damit auch für den Erlös aus der Sammlung, der in unserem Fall ja immer sozialen Projekten in der Region zugutekommt.

Neben dem Bereich für Altkleider konnten wir auch den großen Fuhrpark der Firma Wittmann sowie Lagerflächen für weiteres Recyclingmaterial in Augenschein nehmen.

Den gelungenen Ausflug ließen wir schließlich bei einem gemeinsamen Mittagessen im Landgasthof „Zum Vilserwirt“ in Altfraunhofen ausklingen – eine schöne Gelegenheit, den Besuch noch einmal Revue passieren zu lassen und die Gemeinschaft zu genießen.

Übrigens: Unsere nächste Altmaterialsammlung findet am Samstag, 25. April statt. Also schon mal den Kleiderschrank durchforsten – wir freuen uns über eure Kleiderspenden! Und wer bei der Sammlung auch selbst mit anpacken möchte, ist als Helfer*in jederzeit herzlich willkommen. Alle Informationen zu unserer Sammlung gibt es hier.