Am diesjährigen Kolping-Gedenktag, einer Veranstaltung, die er nie versäumte, haben wir ihn alle vermisst. Nun erreichte uns die traurige Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied Anton Böld am 30. November verstorben ist.
Denken wir an Anton Böld, fällt uns sofort ein, mit welcher Akribie und Beharrlichkeit er Anliegen verfolgte, die aus seiner Sicht keinen Aufschub duldeten. Seine Anfrage zur Reparatur des Bilderrahmens eines Gemäldes von August von Conring führte zu einer ausführlichen Abhandlung über das Leben und Wirken des akademischen Kunstmalers und darüber hinaus zu einer Ausstellung seiner Pastellmalerei im Heimatmuseum. Der Kirchenfriedhof lag Anton Böld am Herzen, und mit Fotodokumenten machte er auf notwendige Reparaturen an Grabdenkmälern aufmerksam. Immer wieder wies er auf die Notwendigkeit eines barrierefreien Zugangs zur St.-Zeno-Kirche hin. Nach der Umsetzung konnte er wieder regelmäßig am Gottesdienst teilnehmen, ohne die Hilfe seiner Familie übermäßig beanspruchen zu müssen.
Am 5. Dezember 1954 wurde Anton Böld jun. in die Kolpingsfamilie Isen aufgenommen. Die Kolping-Bewegung lernte Anton durch seinen Vater kennen. Anton Böld sen. stiftete bei seinem Umzug 1931 von München nach Isen die Statue des Gesellenvaters, die heute noch einen Ehrenplatz im Kolpingstüberl im Brunauerhaus hat.
Anton Böld engagierte sich von 1962 bis Juni 1963 als Senior der Kolpingsfamilie Isen. Die Jugendarbeit lag ihm sehr am Herzen, und es gelang ihm, die Don-Bosco-Gruppe zu Kolping aufzunehmen. In seiner aktiven Zeit bereicherte er den Ball am unsinnigen Donnerstag mit dem „Faschingsexpress“ in diversen Sketchen. In so manchem Lichtbildervortrag stellte er uns mit gekonnten Fotoaufnahmen die Schönheit der Natur vor, erläuterte die Aufnahmetechnik und regte zur Nachahmung an. Und immer wieder holte er schöne Bilder von vergangenen Kolping-Aktivitäten aus seinem Fundus, die uns in Erinnerungen schwelgen ließen.
Am 14. Januar dieses Jahres durften wir Anton Böld für 70 Jahre Mitgliedschaft in der Kolpingsfamilie Isen ehren – eine beeindruckende Treue, die sein lebenslanges Engagement für unsere Gemeinschaft unterstreicht.
Wir werden uns stets gerne an Anton Böld erinnern und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
(Text: Herbert Scholz und Hubert Stettner)